Archiv für April 2007

Solitour für Abolishing BB

In der Hitze des Mais machen sich die Zaungäste und ihre Freunde auf eine dreiwöchige Tour durch altbekannte Berliner Kneipen. Sie sind viele, sie sehen lustig aus und sie wollen euer Geld, damit wir alle weiter eine anarchistische Zeitung über Osteuropa lesen können.
Kommt vorbei und bringt Freundinnen, Freunde und Tanzschuhe mit, es wird ganz sicher fantasievoll, unterhaltsam, nervenaufreibend, herzergreifend, erschütternd, amüsant, tanzbar und chaotisch.
(Außerdem wird es lecker, weils VoKü gibt und informativ, weil ihr was über Abolishing erfahren könnt.)

Daten
Mi. 09.5. 20h Vetomat (mit teds n grog)
Mo. 14.5. 20h New York (mit LUTZE)
Do. 17.5. 20h Lunte (mit teds n grog)
Di. 22.5. 20h Fischladen (mit Lutze)

Antiknastkundgebung 03. 05. 18 Uhr

Am diesjährigen 1. Mai werden die ausführenden Staatsorgane wieder ihrer Taktik der „ausgestreckten Hand“ nachgehen. Dieses Konzept der Deeskalation in Verbindung mit dem Befriedungsversuchen des myfestes sollen die traditionellen, revolutionären Demonstrationen verdrängen. In den letzten Jahre wurde immer in den Tagen nach dem 1. Mai davon gesprochen, dass der jeweilige 1.Mai friedlicher gewesen sei als der letztjährige. Aber was nie erwähnt worden ist, dass Jahr für Jahr die Zahl der Gefangengenommenen stetig anstiegt.
In diesem Jahr findet, wie schon seit Jahren, wieder am ersten Donnerstag nach dem 1. Mai eine Kundgebung in Solidarität mit den Gefangenen vor der JVA Moabit statt. Immer wieder all die Jahren haben sich viele Menschen zusammen gefunden, die aus einem Solidaritätsgefühl heraus, sowohl aufgrund einer Leidenschaft für eine Gesellschaft ohne Knäste, animiert wurden ihre tiefste Ablehnung gegen staatliche Repression – sei sie durch die Inhaftierungen unserer Companer@s, sowohl jeder sozialen Rebellen, oder die Erfindung und Anwendung immer schärfere Gesetze – weiter zu zeigen. Uns bleibt es vor allem wichtig eine ständige Verbindung zwischen dem Thema Knast und der Inhaftierung von Personen, die sich gegen diese kapitalistischen Gesellschaft widersetzen, auf zu zeigen. Täglich sehen wir wie sich in Deutschland – sowie in allen Teilen der Welt – die staatliche Repression verschärft und gleichzeitig das Interesse an Antirepressionsarbeit abnimmt.
Antirepressionsarbeit heißt nicht nur die Freilassung unserer Gefangenen zu fordern, sondern viel mehr – sprich die Abschaffung aller Knäste und Zwangsanstalten, weil die in unsere Vorstellung von einer herrschaftsfreien Gesellschaft in keinster Weise reinpassen. Dies heißt auch die Abschaffung der in unseren Köpfen sich befindenden, von staatlicher Seite genutzten Kategorien, wie „schuldig und unschuldig“. Wenn wir eine „Schuld“ für irgendwas finden müssten, dann nennen wir diese Gesellschaft und alle die Menschen, die diese täglich kritiklos reproduzieren.
Eine Kundgebung in Moabit ist vielleicht nicht die radikalste Aktion, die mensch in Solidarität mit den Gefangenen und um gegen Knäste und Repression zu kämpfen, durch führen kann, aber dies ist einer der wenigen Momente, in denen eine halbwegs vernünftige Kommunikation mit die Inhaftierten möglicht ist. Durch den Lärm, den wir draußen machen, zeigen wir ihnen, das immer noch Menschen gibt, die sich für sie interessieren: so etwas bleibt immer noch eine große Ermutigung für alle, die eingesperrt sind.
Uns erschreckt immer wieder was mensch an den Tagen nach dem 1. Mai beobachten muss: fast niemanden interessiert das Schicksal der eingefahrenen Personen. Viele gehen am 1. Mai auf die Strasse, aber nur wenige fragen sich was mit den Leute passiert ist, mit denen mensch wahrscheinlich nur einen Tag davor Steine geschmissen hat oder einfach ein Bier auf der Oranienstrasse getrunken hat.
Wir wissen nicht wie dieser 1. Mai aussehen wird, aber jedenfalls wünschen wir uns, dass viele Aktionen stattfinden werden ohne das dafür jemand festgenommen und gefesselt werden wird. Selbst wenn, bleibt diese Kundgebung eine weitere Gelegenheit, um wieder unserer Hass auf alle Knäste und Zwangsanstalten heraus zu schreien.

Zeigt euch solidarisch mit den Gefangenen, kommt alle zu 18 Uhr nach Moabit am 03.05!
Wir werden nicht für eine Gesellschaft ohne Knäste betteln, sondern dafür kämpfen!

abc berlin

Solikundgebung am 3. Mai 2007

G8 versenken – ein für alle mal!

The same procedure as every year, James

Sink the G8 in english (pdf)

Die G8 setzt sich zusammen aus den sieben mächtigsten Industrienationen plus Russland. Das bedeutet, dass sie zwar nur einen relativ geringen Teil der Weltbevölkerung vertreten -selbst wenn wir sie als RepräsentantInnen anerkennen würden-, dafür aber den mit Abstand größten Teil der Weltwirtschaft.

Nächstes Jahr treffen sich die G8 vom 6. bis zum 8. Juni im Kempinski-Grand-Hotel in Heiligendamm bei Rostock. Das alljährliche Polit-Schauspiel kommt also wieder nach Deutschland…

G-Was?

Beim G8-Gipfel handelt es sich um ein alljährliches Treffen der Polit- und Wirtschaftsgrößen aus den acht mächtigsten Ländern der Welt. Diese Treffen sind nicht nur sehr pressewirksam und symbolträchtig, auch Beschlüsse werden gefasst. Sie sind zwar informell, aber dennoch relevant. Die Ergebnisse dieser “Kamingespräche” bekommen wir dann in den Monaten darauf immer wieder zu spüren.

Ein entscheidender Unterschied zu anderen Gipfeln ähnlicher Natur ist, dass es von den G8-Treffen keine offiziellen Ergebnisse, Protokolle, etc. gibt. Diese Gipfel wirken dadurch unverbindlich und fast schon ein wenig harmlos. Dies erschwert es natürlich, die Ergebnisse konkret zu erkennen, zu kritisieren und anzugreifen…

Doch diese Beschlüsse sind real, wir sehen und spüren sie, wenn wir in den Nachrichten von neuen Kriegsplänen und Sozialkürzungen in eben diesen Ländern lesen. Wir spüren sie, wenn uns der unsympathische Polizist, den du als Privatmensch aus der Nachbarschaft kennst, plötzlich mit vollem Elan einen Knüppel ins Gesicht schlägt, weil du die Frechheit besaßt, dich an einer systemkritischen Demonstration zu beteiligen. Du spürst es, wenn Du den neuen Drittwagen Deines Vorgesetzten siehst, Du Dir aber Deine Krankenkasse nicht mehr leisten kannst. Du erfährst es, wenn Du liest, dass jeden Tag zehntausende Menschen verhungern, obwohl oder gerade weil unsere Mülleimer voll sind mit den besten Speisen. Du merkst es, wenn du liest, dass Menschen, die versuchen, aus gerade diesen Zuständen zu flüchten an den Toren Europas hängen bleiben oder im Mittelmeer ertrinken, weil es für sie fast keine sicheren, legalen Möglichkeiten gibt in unsere Wohlstandsregionen zu gelangen…

Sie sind acht, wir sind 6 Milliarden…

Die Zustände werden immer schlimmer: Die Reichen werden reicher und die Armen ärmer – und vor allem immer mehr. Was schon bei uns binnenwirtschaftlich zu erkennen ist, hat global noch wesentlich massivere Ausmaße angenommen. Es geht hier nicht um die Auswüchse eines sagenumwobenen “Neoliberalismus”, den man nur mit entsprechenden Gesetzen einzudämmen braucht. Es hat System, ist System. In einer Gesellschaft, die auf Ungleichheit und Fremdbestimmung aufgebaut ist, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich diese Tendenzen verstärken, und weltweit ausbauen…

Die G8 sind also der Versuch, Ordnung ins chaotische System des Kapitalismus zu bringen. Daher sind sie nur teilweise Ursache, vor allem aber ein Produkt dieser Umstände. Es wäre daher absurd von den Reichen und Mächtigen zu erwarten, dass sie plötzlich die Interessen von uns allen vertreten. Wir können von eben diesen Leuten, die diesen Mist verwalten, nicht verlangen, dass sie uns dort wieder rausholen… Nein, das müssen wir schon selbst tun!… Daher gehen wir nicht nur für die Abschaffung des G8 oder gar andere Ergebnisse auf die Straße.

Unsere Forderung kann nur die nach einer anderen Gesellschaft sein! Einer Gesellschaft jenseits von kapitalistischer Verwertungslogik und Überwachungsmentalität. Die Forderung nach einer selbstbestimmten herrschafts- und hierarchiefreien Gesellschaft, ohne Regierunegsoberhäupter, ohne Chefs, ohne Platzanweiser und ohne G8! Lasst uns unser Leben und unsere Zukunft in die eigene Hand nehmen!

Jedes Jahr, wenn sich die Mächtigen in Ihren Kurorten treffen um Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg zu treffen, versammeln auch wir uns um genau dies zu verhindern. Wir treffen uns nicht nur um den Gipfel zu verhindern, nicht nur um unseren Protest und unsere Inhalte in die Öffentlichkeit zu tragen… Wir leben einfach das Leben, das was wir wollen. Wir veranstalten unsere Zusammentreffen nach unseren eigenen Idealen und Prinzipien, ohne Hierarchie, ohne Chefs. Probieren wir unsere Ideale und Prinzipien in der Praxis aus! Ein Camp, bei dem jedeR zu Wort kommen kann und niemand mehr, oder weniger zu sagen hat als alle anderen. Wir fordern diese andere Gesellschaft nicht nur ein, wir nehmen sie uns einfach, wir leben sie ob mit oder ohne G8…

Crash their party – Für ein besseres Leben für alle!!
Für eine herrschaftsfreie Gesellschaft!!

Gipfel-AG des Forums deutschsprachiger AnarchistInnen
G8-FdA@no-log.org

Once and Forever

Der Text als PDF zum Ausdrucken und verteilen:
G8 versenken auf deutsch
Sink the G8 in english

5. Newsletter

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5. Newsletter der Anarchistischen Föderation Berlin

INHALT

1. Einladungen zu den AKs
2. Unterstützungsaufruf des Berlin Convergence Space 2007 (siehe weiter unten)
3. Die AFb unterwegs in Aschaffenburg und Würzburg (siehe weiter unten)
4. Treffen des Forum deutschsprachiger Anarchistinnen und Anarchisten in Köln, KW13 07

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(mehr…)

ANARCHY IN BERLIN

Berlin Convergence Space 21.5-16.6.2007

Wie in Hamburg und Rostock wird es auch für diejenigen, die sich auf den G8-Gipfel in Heiligendamm vorbereiten, in Berlin einen CONVERGENCE SPACE geben. Das Konzept des Convergence Centers in Berlin wird anders sein als das in Hamburg und Rostock. Dieser Convergence Space soll jetzt vorgestellt werden.

Es werden viele Aktivist_innen aus Süd- und Osteuropa sowie aus dem Süden Deutschlands auf ihrem Weg zu den Orten, an denen sie ihrem Widerstand Ausdruck verleihen werden, Halt in Berlin machen wollen. Hunderte, wenn nicht Tausende Aktivist_innen aus Berlin und Umgebung werden auch hier sein. Ihnen allen soll Raum geboten werden, miteinander in Kontakt zu kommen, alle Neuigkeiten zu erfahren, sich auszutauschen, sich zu koordinieren, an verschiedenen Workshops und Trainings teilzunehmen und sich zu organisieren, um gut vorbereitet Widerstand leisten zu können … wo auch immer sie wollen …

Dabei wird betont, dass diesem Konzept des Convergence Space die Anarchistische Tradition zu Grunde liegt, die immer die Gesellschaft als Ganze im Blick hat und „Unorganisierte“ weder aktiv noch passiv von Aktivist_innen trennt.

Unter SPACE wird auch verstanden: Jede_r ist verantwortlich dafür, den Raum mit revolutionärer Energie zu füllen – er soll nicht nur zur Information dienen. Die Interaktion und die daraus entstehende Dynamik zu sozialem Widerstand stehen im Zentrum der ganzen Idee.

Doch sollen alle Aktivist_innen dazu ermutigt werden, das Gefühl von Angst und Isolation zu überwinden, indem sie ihre Aktionen und Aktivitäten so öffentlich wie möglich durchführen.

In den Tagen vor den massiven Aktionen gegen die G8 – und auch der erwarteten staatlichen Repression – ist es äußerst lohnend, das revolutionäre Bewusstsein oder zumindest die Solidarität in der gesamten Bevölkerung zu erhöhen (z. B. durch zivilen Ungehorsam). Das hat während der letzten paar Jahre an vielen anderen Orten gefehlt, an denen das Zusammentreffen der Aktivist_innen in geschlossenen und isolierten Zentren stattfand.

Der Convergence Space in Berlin beginnt am 21. Mai 2007. Aber jede_r ist herzlichst eingeladen, früher anzureisen und die eigenen Ideen und die eigene Energie in den Prozess einzubringen.

Die Anarchistische Föderation Berlin (afb) findet die Idee eines Convergence Space (BCS) gut und unterstützt dessen Konzept.

Wir laden alle Anarchist_innen dazu ein, in der Zeit vor den Protesten in Heiligendamm in Berlin Zwischenstopp zu machen und sich am BCS zu beteiligen. Kommt vorbei und macht was draus!

VIVE L’‘ANARCHIE! –

Kontakt BCS: mail.cc_berlin[at]nostate.net