Archiv für Februar 2008

Dokument Ⓐ

Dokument A – Berliner anarchistisches Jahrbuch 2007 erschienen

Dank der herrschenden Verhältnisse finden anarchistische Ideen weltweit wieder stärkeren Wiederhall. Auch in Berlin beobachten wir seit den letzten paar Jahren eine Tendenz: Immer mehr Menschen und Strukturen beziehen sich in ihrer Praxis direkt auf anarchistische Ideen und Traditionen.
Innerhalb der Anarchistischen Föderation Berlin entstand daher die Idee, beginnend mit dem Jahr 2007 die uns zugänglichen anarchistischen Texte des vergangenen Jahres in einem Jahrbuch zu dokumentieren, um ihre Archivierung zu gewährleisten, eine Bestandsaufnahme der heutigen anarchistischen Ansätze in Berlin zu präsentieren und zur Kenntnis der Ideen des Anarchismus in der Öffentlichkeit beizutragen. Diese Veröffentlichung trägt den Namen „Dokument A – Berliner anarchistisches Jahrbuch 2007″.
Dabei ist eine vielfältige Textsammlung entstanden – von theoretischen Auseinandersetzungen über Aufrufe im Zusammenhang mit Demonstrationen und Aktionen bis hin zu Flugblättern über lokale Themen. Die einzelnen Texte zeigen die große Zahl von Aktionsfeldern, auf denen anarchistische Initiativen in Berlin im Jahre 2007 tätig waren: Wir fanden 26 Texte, die kapitalistische Produktionsverhältnisse und ökonomische Ausbeutungsprozesse bis hin zum Plädoyer für Arbeitsverweigerung aufgreifen; die zum Widerstand gegen staatliche Repression aufrufen; die sich an die lokale Bevölkerung wenden und ihre Selbstorganisation und Selbstinitiative gegen Herrschaftsstrukturen und -mechanismen fördern; die sich der Auseinandersetzung mit dem G8-Gipfel widmen; und die sich auf theoretischem Terrain mit der Aktualität anarchistischer Ideen beschäftigen. Einige davon wenden sich explizit an die Bewegung, andere an die ganze Gesellschaft.

Das Dokument A ist 67 Seiten stark und kostet 2,50 €. zzgl. Versand

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Cover

Die Idee der anarchistischen Föderation

Föderation betrachten wir als das Zusammenfinden freier Menschen, die Ziele und Regeln für ihr Zusammenwirken aufstellen. Der Anarchismus, dessen oberste Maxime die Herrschaftsfreiheit ist, radikalisiert den föderativen Ansatz in politischer und kultureller Hinsicht. Er ist sowohl Gesellschaftsentwurf als auch Lebensweise und durch eine fortwährende Infragestellung, Umorganisierung und Neubewertung aller Lebensbereiche gegen die bestehenden Verhältnisse charakterisiert – und gleichzeitig in und neben ihnen. Denn Herrschaft ist in unserem kapitalistischen, patriarchalen Gesellschaftssystem strukturell verankert.

Ziel einer anarchistischen Föderation ist nicht, die Menschen zu befreien, indem wir die Gesellschaft radikal transformieren, sondern dass alle Menschen sich selbst organisiert befreien und die Gesellschaft gemeinsam transformieren.

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