Die Idee der anarchistischen Föderation

Föderation betrachten wir als das Zusammenfinden freier Menschen, die Ziele und Regeln für ihr Zusammenwirken aufstellen. Der Anarchismus, dessen oberste Maxime die Herrschaftsfreiheit ist, radikalisiert den föderativen Ansatz in politischer und kultureller Hinsicht. Er ist sowohl Gesellschaftsentwurf als auch Lebensweise und durch eine fortwährende Infragestellung, Umorganisierung und Neubewertung aller Lebensbereiche gegen die bestehenden Verhältnisse charakterisiert – und gleichzeitig in und neben ihnen. Denn Herrschaft ist in unserem kapitalistischen, patriarchalen Gesellschaftssystem strukturell verankert.

Ziel einer anarchistischen Föderation ist nicht, die Menschen zu befreien, indem wir die Gesellschaft radikal transformieren, sondern dass alle Menschen sich selbst organisiert befreien und die Gesellschaft gemeinsam transformieren.

Die Föderation soll über eine mehr oder weniger lockere Vernetzung von Einzelpersonen und Gruppen deutlich hinausgehen. Es versteht sich von selbst, dass die Art, wie wir uns organisieren, und damit die Strukturen, die wir uns geben, von allen gestaltet und kontrolliert werden. Dabei handelt jedes Individuum selbstbestimmt, beteiligte Gruppen bleiben autonom. So reflektiert sie die Gesellschaft, die sich Anarchist_innen wünschen.

Allgemeines Ziel einer anarchistischen Föderation* *ist Ideen zu
verbreiten — wie die anarchistische Analyse von Gesellschaft und
aktuellen Entwicklungen, libertäre Formen der Organisierung, direkte
Aktion und Solidarität… — und Menschen für den Anarchismus zu
gewinnen. Das benötigt sowohl Propaganda als auch Partizipation als
Gleiche in sozialen Kämpfen. [Anarchist FAQ — Section J, S. 72]

Wir stellen uns derzeit als einzige vernünftige Variante eine synthetische Föderation vor, die verschiedene anarchistische Strömungen verbindet. Wir können und wollen nicht sagen, welche anarchistische Strömung die beste Vorgehensweise liefert. Wir glauben vielmehr, dass eine Kombination verschiedener sozial-libertärer Ideen sinnvoll ist und sich die jeweils geeigneten Ansätze dann in der Praxis herausbilden.

Eine ,synthetische‘ Föderation basiert auf vollständiger Autonomie --
innerhalb der grundlegenden Prinzipien der Föderation und gemeinsamer
Entscheidungen/ /-- für Gruppen und Individuen; alle verschiedenen
Strömungen können in gemeinsamer /Richtung/ zusammenarbeiten und ihre
Differenzen ausdrücken. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die
Föderation nicht bloß ein Debattierklub ist. [Anarchist FAQ — Section
J, S. 55]

Der Aufbau der anarchistischen föderation berlin muss sich vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Situation vollziehen, also im Wissen um vorhandene Widerstandsstrukturen und -kulturen. So unterschiedlich Widerstandsformen und -bereiche sind, so wichtig ist das Zusammenwirken etwa von Aneignungs- und Umsonstkampagnen, Antifaschismus, Antisexismus, Ökologie, Infoläden, Knastarbeit, (Sub)Kultur, Freiräumen, Syndikalismus und Projektanarchismus. Ebenso wichtig ist die Vermittlung unserer Ideen über unsere Szenekreise hinaus, sowie eine permanente Analyse und Hinterfragung der gesellschaftlichen Entwicklung aus einer Perspektive mit herrschaftsfreiem Anspruch. Dabei sehen wir bestehende anarchistische Organisationen und Gruppen vor Ort, etwa die Freie Arbeiter_innen Union und die Bibliothek der Freien, als Weggefährtinnen.
Unsere Arbeit, unsere Persönlichkeiten und unser Umgang mit anderen Menschen sollten immer auf gegenseitiger Hilfe, Toleranz und Herzensbildung basieren. Wir sind überzeugt, dass die eigene Freiheit und das persönliche Glück nur durch gegenseitige Hilfe und den Respekt der Freiheiten anderer möglich sind.

Diese Grundhaltung soll sich auch in unseren Widerstandsformen ausdrücken. Wir sind davon überzeugt, dass es viele beste Arten der Auseinandersetzung gibt. Es ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Aktionen zu dem jeweils richtigen Zeitpunkt, das zur Aneignung und Ausdehnung von Freiheit für alle führt. Unsere Mittel und Ausdrucksformen sollen verständlich, motivierend und effektiv sein und dazu führen, dass sich herrschaftsfreie Ideen und Strukturen verbreiten. Das können Betriebe sein, die kollektiv geführt werden; politische Gruppen, die hierarchiefrei arbeiten; Lebenszusammenhänge, die sich selbst organisieren. Kreativität, Humor und Sympathie sind ebenso wichtige Elemente wie Entschlossenheit und Ungehorsam. Dabei gilt immer, dass jede_r für sich selbst entscheidet welche Form sie/_/er wählt.

Die Harmonie des organischen Heranwachsens ist es, die die Vielfalt der
Farbe und Gestalt schöpft – all das, was wir in der Blume bewundern.
Ebenso wird das organisierte Handeln freier Menschen, die vom Geist der
Solidarität getragen sind, in die vollkommene soziale Harmonie einmünden
-- und dies ist Anarchie. (Emma Goldman)

fragend gehen wir in diese Richtung…

Warum Organisierung

Unsere Initiative ist der Versuch, der Bewegung für eine befreite Gesellschaft Perspektive und neue Stärke zu geben, indem wir eine Struktur schaffen, in der möglichst viele freiheitsliebende Menschen ihre Ideen und Aktivitäten einbringen können. Dazu halten wir einen hohen Grad an Organisierung, also anhaltendes und verantwortliches koordiniertes Handeln, für nötig.

Es gibt viele Gründe, sich zu organisieren. Da ist zum einen die ganz persönliche Ebene:

Deine Ideen, Kritik, Überzeugungen, deine persönliche Situation und Zukunft. Konfrontiert mit der Realität und der absehbaren weiteren gesellschaftlichen Entwicklung ergibt sich für jede_n von uns das Problem der individuellen Verortung innerhalb einer unseren Bedürfnissen und Vorstellungen fremden bis feindlichen Umwelt. Die Folge ist zwangsläufig die Konfrontation mit dem existierenden Herrschaftssystem. Ohne sich selbst die Grundlage zu entziehen, kann es uns ein selbstbestimmtes Leben außerhalb von hierarchischen Differenzen und Verwertungszwang nicht zugestehen. Als Vereinzelte sind wir sehr viel angreifbarer durch die Macht des Faktischen. Die Inszenierung von Sachzwängen und Widersprüchen lähmt unsere schöpferische Kraft und drängt uns an den Rand unserer sozialen Existenz. Gemeinsam können wir dem einen geistigen Freiraum entgegensetzen, in dem Ideen und Konzepte ent- und verworfen werden können, einen lebendigen, phantasievollen Zusammenhang, der in der Lage ist, gesellschaftliche Perspektiven zu entfalten und schließlich auch durchzusetzen. Dabei ist uns vollkommen klar, dass wir alle durch die bestehenden Herrschaftsverhältnisse geprägt sind und diese reproduzieren. Wir erwarten von uns und allen, die mit uns arbeiten wollen, sich selbst zu hinterfragen und nach den Ursachen und Auswirkungen unserer durch dieses System geprägten Verhaltensweisen zu suchen und diese zu ändern. Wir meinen unseren eigenen Rassismus, unsere Gewalttätigkeit, unsere Gleichgültigkeiten, unseren Chauvinismus, unsere Verwertungstendenzen.

Diese äußeren und inneren Kämpfe gemeinsam zu führen hätte unbestreitbare Vorteile:

Die Realität erscheint nicht mehr nur fremdbestimmt, sondern gebrochen durch die anderen, die mehr oder weniger diffus unsere Herrschafts- und Gesellschaftskritik teilen. Dieses politische Zuhause lässt uns unsere Gemeinsamkeiten spüren und ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für eine ausdauernde Motivation, unsere gesellschaftlichen Vorstellungen leben zu wollen.
Mindestens genauso wichtig sind die praktischen Konsequenzen, die sich durch eine Bündelung und Koordinierung unserer individuellen Interessen ergeben können:

In einer Föderation kann mit größerer Wirksamkeit vorgegangen werden; es sind auch Vorhaben möglich, die die Kraft und Energie einzelner Personen und Gruppen übersteigen. Durch gegenseitige Hilfe lässt sich die bisherige Unterlegenheit überhaupt erst überwinden. Ein wichtiger Vorteil ergibt sich aus dem Austausch bzw. der gemeinsamen Nutzung von Ideen und Ressourcen, das heißt der Zugang zu materieller Ausstattung und Infrastruktur vereinfacht, die geistige Kreativität vervielfacht sich. Eine solche Verbindung und zugleich Ausweitung der Handlungsmöglichkeiten bringt auch individuelle Stärken besser zur Geltung, so dass wir unsere Kräfte gezielter einsetzen können. Als Folge und Ziel sehen wir eine größere Reichweite und bessere Wahrnehmung herrschaftsfreier Ideen über unsere Subkultur hinaus. Wir wünschen uns auch Menschen zusammenzubringen, die zwar Herrschaftsfreiheit wollen, aber bisher kaum Chancen sehen, politisch entsprechend wirken zu können.

Die Frage ist nicht ob Organisation oder nicht, sondern welche Art von
Organisation — anarchistische Organisationen sind organische
Entwicklungen von unten, sie sind soziale Bewegungen, kombinieren eine
kreative revolutionäre Lebensweise mit kreativer revolutionärer
Theorie… gebaut um Vertrauensgruppen, mit Koordination zwischen
Gruppen, Disziplin, Planung und Einheit im Handeln… freiwillig
erreicht durch Selbstdisziplin, genährt von Überzeugung und Verständnis.
(FAQ)

Die Umsetzung all dieser Überlegungen wird in unseren Strukturen nur wenig angestrebt. Oft handelt es sich um Abwehrkämpfe gegen verschiedene Ausprägungen desselben Herrschaftssystems, die uns partiell in Bündnissen, bei Kampagnen und Demonstrationen zusammenbringen. Es ist in erster Linie Protestkultur, die sich oft selbst genug ist und die sich über die Ablehnung des Bestehenden definiert. Obwohl wichtiges Element emanzipatorischer Bewegung, trägt es uns zunehmend weniger. Es fehlt die Vermittlung von Visionen einer herrschaftsfreien Gesellschaft und von Wegen, die dorthin führen können und die wir selbstbewusst und offensiv vertreten.

Damit gelangen wir zur gesellschaftlichen Ebene:

Die fortschreitende Zukunftsvernichtung durch die Unterwerfung immer weiterer Lebensbedürfnisse unter Kapitalinteressen zwingt uns tagtäglich Kämpfe auf. Wenn wir wirklich herrschaftsfrei leben wollen, müssen wir anstreben, eine ernst zu nehmende gesellschaftliche Kraft zu werden. Dazu benötigen wir langfristige Konzepte, die unseren Vorstellungen breite Akzeptanz verschaffen. Die sich verschärfenden Verteilungskonflikte bieten laufend neue Anlässe, um unsere Ideen zu propagieren. Schließlich basieren unsere gesellschaftlichen Vorstellungen auf selbst organisierten Produktions- und gerechten Verteilungsverhältnissen. Diese Aufgaben können wir sehr viel besser angehen, wenn wir über Strukturen verfügen, die unserem Vorhaben einen verbindlicheren Rahmen geben.

Seit mindestens 150 Jahren hat es immer wieder derartige Versuche gegeben, die nicht an inneren Widersprüchen, sondern blutiger Unterdrückung gescheitert sind. Die Ideologie, Menschen könnten nicht solidarisch miteinander leben, sie bräuchten dafür eine übergeordnete Autorität (Gott, König, Staat, …) ist so alt wie die Unterdrückung des Menschen durch den Menschen. Die Geschichte ist noch lange nicht am Ende, wie es nach dem Scheitern autoritärer angeblicher Alternativen verkündet wurde. Vielmehr entstehen angesichts aktueller Prekarisierung sowie wachsender Ausbeutung und Umweltzerstörung alte und neue Zweifel am herrschenden System. Darum sind wir überzeugt, dass es höchste Zeit ist, die Abschaffung von Herrschaft nicht nur zu fordern, sondern umzusetzen und selbstbestimmte Strukturen dagegen zu entwickeln, zu integrieren und auszubauen.

In Zeiten geringer radikaler politischer Auseinandersetzung gibt es wenige kollektive Aktionen, umso mehr erscheinen anarchistische Ideen als utopisch und werden von vielen abgelehnt. Politisch Aktive sehen sich oft wirkungsvoller vertreten in Massenorganisationen und tendieren damit zu Organisationen, die schnellen Erfolg suchen und damit autoritären Strukturen nachgeben. Unsere Aufgabe besteht daher darin, den herrschaftsfreien Anspruch zu propagieren und zu leben und damit die (politische) Auseinandersetzung zu radikalisieren.

Das Ziel – die herrschaftsfreie Gesellschaft – liegt in weiter Ferne, ist noch Utopie. Weniger, weil die Menschen dazu nicht in der Lage wären, sondern vielmehr, weil Herrschaftsinteressen und der dazugehörige Apparat übermächtig erscheinen. Alle unsere Bestrebungen sind letztlich nur halbherzig, wenn sie nicht eine herrschaftsfreie Perspektive vermitteln können. Einen wichtigen Schritt sehen wir daher im Aufbau der anarchistischen föderation berlin, die einen spürbaren gesellschaftlichen Einfluss entwickeln will. Gesellschaft müssen wir dabei anational begreifen. Insofern ist es notwendig, uns mit entsprechenden Bewegungen in anderen Ländern auseinanderzusetzen und zusammenzuarbeiten, eine Aufgabe, die in einem organisierten Rahmen wesentlich besser zu bewerkstelligen ist. Darum sind wir dem Forum deutschsprachiger Anarchist_innen, einer Initiative zum Aufbau einer Föderation im deutschsprachigen Raum, beigetreten, die wiederum Teil der Internationale der Anarchistischen Föderationen ist.

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what you can do: organisier dich mit uns und beherzige folgendes:

Sinnvolle Aktionen für Revolutionär_innen: „alles, was das Vertrauen, die Autonomie, die Initiative, die Partizipation, die Solidarität, die egalitären Tendenzen und die eigenständige Aktivität der Massen vergrößert und deren Entmystifizierung unterstützt.“

Nutzlose und schädliche Aktionen: „alles, was die Passivität der Massen vergrößert, ihre Apathie, ihren Zynismus, ihre Differenzierung durch Hierarchien, ihre Entfremdung, ihre Abhängigkeit von anderen für sie Dinge zu tun, und den Grad, nach dem es möglich ist, sie durch andere zu manipulieren – auch jene, die in ihrem Interesse vorgeben zu handeln.“ (british libertarian socialist group)

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Die Idee der Anarchistischen Föderation (pdf)
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4 Antworten auf “Die Idee der anarchistischen Föderation”


  1. 1 Berlinerin 08. Februar 2008 um 0:19 Uhr

    Hallo liebe Leute!

    Ich habe von einem interessanten Seminar in Hannover gehört:

    „Anarchisten oder Anarchie haben in der hiesigen Gesellschaft einen ziemlich schlechten Ruf. Da fallen Worte wie Chaos(tage), Terror, Bomben, „Sozialschmarotzer“ mit gefärbten Haaren und schlechten Manieren. Und fast jeder weiß, dass in der Anarchie jeder dem anderen den Kopf einschlagen würde, was derzeit durch den Staat und die durch ihn gewährte Ordnung verhindert wird.

    Solcherlei Kritik ist unsere Sache nicht. Zunächst können wir nicht erkennen, dass das Aussehen der politischen Akteure eine Auskunft über den vertretenen politischen Inhalt gibt. Desweiteren sind Gewalt oder Bomben als Mittel politischer Akteure keine Erfindung von Anarchisten, sondern schon immer auch Mittel demokratischer Staaten gewesen, um ihre Interessen innen- oder außenpolitisch durchzusetzen. Somit ist das Abstellen auf Gewalt von Fans demokratischer Staaten, wenn sie Anarchisten und deren Utopie kritisieren, kein taugliches Kriterium für eine Kritik bzw. pure Heuchelei.

    Wir wollen auf dem Seminar diese Sorte Herrschaftskritik daher inhaltlich, also auf deren Stimmigkeit betrachten. Dabei sollen einerseits einige „Klassiker“ des Anarchismus wie etwa Michail Bakunin, Pjotr Kropotkin oder Rudolf Rocker Gegenstand sein, die aber nicht einfach nur historisch eingeordnet oder ausgelegt werden. Vielmehr geht es darum, vor allem die Kritiken der Klassiker, die heute noch für Anarchisten aktuell sind und vertreten werden, zu untersuchen. Dies wird entweder thesenhaft oder anhand der Lektüre selbst geschehen.

    Was ist also dran an Freiheit? Ist das Lob auf diese berechtigt? Welche Gedanken machen sich Anarchisten zum Staat und woraus folgt die Ablehnung dieser und jeglicher anderen Herrschaft? Wie soll die Ordnung ohne Herrschaft, die Anarchie ja bedeutet, aussehen? Was war (und ist) die Kritik von Anarchisten an kommunistischer Kritik des Kapitalismus und was stimmte an ihr und was nicht?

    Andererseits wollen wir aktuelle Inhalte anarchistischer, aber auch anarcho-syndikalistischer Gruppen wie z.B. der „Freien ArbeiterInnen Union“ – kurz FAU – untersuchen. Welche Kritik wird da an den bestehenden Verhältnissen artikuliert? Was wird strategisch vorgeschlagen und was taugt davon und was nicht?

    Schließlich wollen wir uns einigen Kritiken des Anarchismus zuwenden und diese selbst kritisieren. Weniger die Kritik von besorgten Spießbürgereltern, sondern vielmehr von Personen, die Herrschaftslosigkeit selbst im Programm hatten, also sich im Resultat eigentlich mit Anarchisten einig waren und letztere trotzdem politisch und militärisch bekämpften, namentlich „Marxisten-Leninisten“. “

    http://www.junge-linke.de/seminare/fuck_you_i_wont_do_what_you_te.html

    Das ist echt interessant, aber ihr habt damit jetzt eher nichts zu tun, oder?

  2. 2 afb 11. Februar 2008 um 3:21 Uhr

    Nein, die Veranstaltung wird nicht von der AFB oder dem FdA durchgeführt.

    Die junge Linke ist eher bekannt für harsche „Kritik am Anarchismus“ Daher ist es schön, wenn sie sich sachlich mit seinen Ideen beschäftigt.

  3. 3 Berlinerin 11. Februar 2008 um 14:46 Uhr

    Hmm, wobei die das Seminar schon einmal gemacht haben, also sich scheinbar schon „sachlich“ mit dem Anarchismus auseinandergesetzt haben.

    http://www.junge-linke.de/seminararchiv.html#000189

    Ich verstehe jedoch nicht, was „harsch“ bedeuten soll? Heißt das, dass die Kritik nicht gut ist?

  4. 4 otto 11. Februar 2008 um 15:49 Uhr

    Sie ist oberflächlich und beschäftigt sich nur mit dem historischen, nicht zeitgenössischen Anarchismus. „Schlichte Theorie“ zeigt unzureichende Rezeption, „personalisierte Herrschaftskritik“ ist kein Wesenszug anarchistischer Theorie, im Gegenteil, unkritischer „kumpelhafter Schulterschluß mit den kleinen Leuten“ ist spätestens mit dem Postanarchismus obsolet, dass Anarchisten meinen „der Staat sei das reine Werkzeug der Kapitals“ ist eine Sicht der Dinge, aber es gibt darüber weit hinausgreifende Kritik am Staat: Patriarchat, Rassismus, kollektive Identitätsbildunf, you name it.

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