Archiv für Oktober 2008

ein paar gedanken zu unserem kampf gegen geschlechterrollen

Da ich als „Mann“ geboren wurde und seit einiger Zeit dabei bin, meinen Körper mittels Östrogen dem „weiblichen“ anzunähern,
somit offiziell als „transsexuell“ kategorisiert werde, bekomme ich die Folgen der Zweigeschlechterordnung besonders zu spüren. Viele Menschen, besonders Männer, sind verunsichert und wissen nicht wie sie sich zu mir verhalten sollen. So wie sie sich selber als Mann oder als Frau sehen und mehr oder weniger rollenkonform handeln, so wollen sie auch die anderen jeweils deren Geschlechterrollen entsprechend behandeln und erwarten von allen, daß sie es genauso tun. Wenn jemand bei diesem Rollenspiel nicht mitspielen kann oder will, so wie ich,wird diese person oft als anstrengend und schwerig empfunden.

Der Staat, Krankenkassen und der Rest der Gesellschaft verlangen von Transfrauen (von Transmännern etwas weniger) häufig, daß sie sich besonders rollenkonform verhalten. Aber warum soll ich die Männerrolle ablegen, nur um eine neue Rolle anzunehmen und mich wiederum selbst zu verleugnen?
Um die Geschlechterrollen zu sprengen, reicht es nicht aus, die Grenzen zwischen den Geschlechtern einzureissen (mittels crossdressing, sichtbarer Trans- und Intersexualität, usw.), auch wenn das schon ein Fortschritt ist. Wir sollten versuchen, unsere Geschlechtlichkeit und die der anderen als etwas individuelles, also als jeweils einzigartig, jenseits irgendwelcher Rollenkonstrukte wahrzunehmen. Wir müssen aufhören, uns aufgrund berechtigter Angst vor gesellschaftlichen Nachteilen (bis hin zu körperlicher Gewalt) an Geschlechternormen anzupassen und versuchen, auch die anderen Menschen nicht mehr nach diesen Normen zu behandeln.
Je mehr wir dies erreichen, umso weniger können uns der Staat und andere Autoritäten über unser Geschlecht manipulieren.
Und: Je mehr Menschen gegen die Geschlechterordnung handeln und sich dabei einander gegen Angriffe und Ausgrenzung unter- stützen, umso geringer wird die Gefahr von gesellschaftlichen Nachteilen für uns.

saskia

STREIK! STREIK! STREIK!

Ein Streik bedeutet das Unterlassen der Produktion – Arbeit – von den Produzent_innen – Arbeiter_innen – meist ohne die Zustimmung der sogenannten Arbeitgeber, Vorgesetzten, Chefs, Manager, Vorstandsvorsitzenden etc.- im Folgenden als Ausbeuter zusammengefasst.
Unter Produzent_innen verstehen wir nicht nur jene, die Produkte des Verbrauchs bzw. täglichen Bedarfs herstellen, sondern auch jene, die dafür sorgen, dass es Kinderbetreuung (Bildung), eine neue Frisur oder leere Mülltonnen gibt, Menschen von A nach B gefahren werden, jede_r bei Krankheit behandelt wird usw.
Alle diejenigen jedoch, die in irgendeiner Weise für den Staat „arbeiten“, wie z.b. Polizei, Armee, Ordnungsamt oder Arbeitsamt, verstehen wir nicht als Produzent_innen, sondern als Verwalter und Schützer eines Systems welches durch Ausbeutung und Unterdrückung erst funktioniert.

Wie ist es möglich einen Streik erfolgreich durchzuführen?
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Noch mehr Anarchie organisieren

Mo 13. Oktober, 20:oo Uhr
New Yorck 59 Bethanien – linker Seitenflügel.
Mariannenplatz 2, 10999 Berlin
(U-Bhf. Görlitzer Bahnhof, Kottbuser Tor)

Die anarchistische föderation berlin stellt sich vor.

In Anbetracht der vielen Menschen in Berlin, die nach herrschaftsfreien Prinzipien aktiv sind, ist die öffentliche Wahrnehmung anarchistischer Positionen äußerst gering und tendenziell negativ. Damit sich dies ändert, ist unserer Meinung nach eine umfassende Organisierung anarchistischer Kräfte notwendig. Dazu möchte die afb eine Möglichkeit schaffen. Wir wollen euch uns und unseren Organisierungsansatz vorstellen und anschließend mit euch darüber diskutieren, wie sich, mit oder ohne afb, die anarchistische Organisierung voranbringen lässt.

fragend schweifen wir umher…