Archiv für April 2009

Dieser Kongress tanzt doch …

… und kam auch voran: Trotz Bullenstress, Schmierenjournaille und vorzeitiger Auflösung des Anarchistischen Kongresses „Anarchismus im 21. Jahrhundert – Anarchie organisieren“ hat der Kongress fast wie geplant stattgefunden. Es konnte viel zu aktueller theoretischer Arbeit zum Anarchismus, dem organisatorischen Stand der Bewegung und seiner Praxis kommuniziert werden.

Ebenso wurden viele alten Kontakte aufgefrischt und neue geknüpft.

Die Anarchistische Föderation Berlin und Freund_innen möchten sich bei den unzähligen Helfenden bedanken und bei den vielen, die die ausbaufähige (Selbst)Organisation erduldet (und mitgestaltet) haben, entschuldigen. Wir versprechen, daraus zu lernen und meinen, dass alle Anwesenden auch etwas gelernt haben.

Wer nicht dabei sein konnte, kann sich einen Überblick über den Anarchistischen Kongress im Wiki verschaffen, das über den Link auf der Kongress-Website Akongress.org erreichbar ist.

Dort sind einige lohnenswerte Texte und Links zu finden.

AFB

Bildungsverbote fordern Konsequenzen

Zur Kündigung der Räume des Kongresses „Anarchismus im 21. Jahrhundert – Anarchie organisieren“

Die Anarchistische Föderation Berlin verurteilt die Kündigung der Räume des Bildungskongresses zur politischen Philosophie des Anarchismus scharf. Insbesondere die Unangemessenheit, Gäste mit Expertise aus ganz Europa an der TU mit Polizeikameras zu empfangen und durch uniformierte Beamte aufdringlich nach ihren Absichten zu befragen, die längst im Internet dokumentiert waren – nämlich Vorträge zu halten und zu lernen –, ist ein Schlag ins Gesicht aller an Bildung und offener Diskussion interessierten Bewohner und Bewohnerinnen Berlins. Dass der Präsident der Technischen Universität Berlins irrational reagiert, wenn er von Landeskriminalamt bedrängt und von der Unterhaltungspresse massiv unter Druck gesetzt wird, obwohl die seriösen Medien den Kongress neutral begleitet haben und kontinuierlicher Kontakt mit dem Veranstalter bestand, entspricht dem desolaten Zustand der öffentlichen Bildungseinrichtungen allgemein. Er hat sich bewusst dafür entschieden, seine Studierenden aus der Uni komplett auszuschließen und damit bei der Abwägung, ob er Bildung mit Aufklärung über den derzeitigen Stand der Theorie und Bewegung des Anarchismus zulässt oder gar keine Bildung gestattet, für Letzteres entschieden. Diese Form der Anpassung entspricht zwar der Durchdringung der Gesellschaft mit Gouvernementalität, verwundert aber dennoch.
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