Jenseits von Kopenhagen

Freiheit fuer Belgrade 6 – Stoppt den Staatsterror – Solidaritaet ist unsere Waffe

Am 12. Dezember fand ein ueberregionales Treffen fuer die Solidaritaet mit den sechs belgrader Inhaftierten statt. Diese sind seit ueber drei Monten in Untersuchungshaft, weil sie angeblich einen Anschlag auf die griechische Botschaft veruebt haben. Die Anklage dafuer lautet auf internationalen Terrorismus. Damit wird der Fall von der serbischen Justiz mit Massenmord und Kriegsverbrechen in eine Reihe gestellt. Eine detaillierte Schilderung der Ereignisse rund um die Verhaftungen findet ihr in der neuen Entfesselt, online unter http://www.abc-berlin.net/category/entfesselt

Direkt nach den Verhaftungen gab es neben kurzzeitigem Interesse der serbischen Medien weltweit kleinere Solidaritaetsaktionen. Kurz darauf ist es um den Fall allerdings ruhig geworden,was sich vor allem mit der Situation vor Ort in Belgrad erklaeren laesst. Zum einen gibt es nur wenige aktive Unterstuetzer_innen aus dem politischen Umfeld der Inhaftierten. Einige Aktivist_innen, insbesondere die wenigen verbliebenden ASI (Anarchosyndikalistische Initiative)-Mitglieder, sind veraengstigt und entsprechend zurueckhaltend, weil fuer sie eine solche Situation neu ist und sie weitere Repressionen befuerchten. Das Vertrauen innerhalb der anarchistischen Szene in Serbien war bisher gering und einige Aktionen von ASI-Mitgiedern sind in der Vergangenheit auf wenig Gegenliebe gestossen. Zum anderen verhalten sich die Anwaelt_innen der Inhaftierten unkooperativ. Sie arbeiten untereinander kaum zusammen, alle Anwaelt_innen haben ihre eigenen Strategien. Im geringen Kontakt mit Aktivist_innen wurden oeffentliche Aktionen deutlich abgelehnt. Eine Folge dieser Situation ist der mangelnde Infomationsfluss, was die aktive Solidaritaet ausserhalb Serbiens blockierte.
Seit kurzem bringen aber einige belgrader Genoss_innen wieder Bewegung in den Fall. Am 10. Dezember fand eine Diskussionsrunde zwischen Intellektuellen statt, die in einem offenen Brief an das zustaendige Gericht muendete, siehe http://asi.zsp.net.pl/open-letter-of-the-group-of-intellectuals-concerning-the-court-trial-against-six-anarchists/ Zwei Tage spaeter trafen sich Anarchist_innen aus verschiedenen europaeischen Orten, um ueber die weitere Oeffentlichkeitsarbeit zu beraten. Dort wurde folgendes Vorgehen beschlossen:
Es sind Veranstaltungen in Belgrad und Thessaloniki geplant, zu denen Menschen, die ebenfalls von Terrorismusvorwuerfen betroffen waren, eingeladen werden, um mit ihnen ueber Repressionsprobleme in einem breiten Gesamtzusammenhang zu diskutieren. Auf diese Weise soll verdeutlicht werden, dass staatliche Repression ein Mittel ist, das soziale Bewegungen allgemein betrifft. Der breitere Fokus dient auch dazu, in Serbien einen groesseren Unterstuetzer_innenkreis zu gewinnenJe nach Verhandlungsbeginn (der fruehest denkbare Termin ist der 15. Januar) werden Veranstaltungen in weiteren Staedten folgen, an denen belgrader Genoss_innen teilnehmen wollen. Alle Anwesenden werden den Fall z.B. durch Info-Veranstaltungen weitertragen. Ausserdem werden in Belgrad Plakate entworfen, die an moeglichst vielen Orten verbreitet werden sollen. Sobald der Prozesstermin bekannt ist, beginnt eine Mobilisierung nach Belgrad, damit moeglichst viele Menschen vor Ort ihre Solidaritaet zeigen koennen.

Fuer alle diese Vorhaben ist auch die Unterstuetzung und Partizipation ausserhalb Serbiens noetig.

Die Fahrten nach Belgrad, das Drucken der Poster, juristischer Rat und viele andere Dinge kosten Geld. Deshalb organisiert Soli-Veranstaltungen, haltet euch auf dem Laufenden und kommt nach Belgrad!

http://asi.zsp.net.pl/category/english/

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