Archiv für Mai 2010

Chile-Soli-Party

12.06.2010 – 22.00 – New Yorck 59 – Chile-Soli-Party

Aufruhr statt Erdbeben

Solidarität mit den libertären Projekten in Chile

Ab 22 Uhr: Live-Musik von Geigerzähler (radioaktive geige – spaltender gesang) Ab 23 Uhr: Lucha amada Soundsystem (rumbapunkyreggae-salsamuffinlatinska)
Außerdem: Filme zu Chile sowie eine Audio-Lounge mit Beiträgen zu Lateinamerika. Snacks und Cocktails.

Chile Soli-Party Flyer

Organisiert von der Anarchistischen Föderation Berlin (afb), dem Nachrichtenpool Lateinamerika (NPLA) und der Tempest Library.

Beim Erdbeben in Chile von vergangenem Februar starben Hunderte von Menschen, Tausende wurden obdachlos. Aber auch die Strukturen zahlreicher politischer Projekte wurden davon empfindlich betroffen: Häuser stürzten ein, technisches Equipment wurde zerstört. Mit dieser Soli-Party möchten wir den Wiederaufbau libertärer Projekte in Chile konkret unterstützen. ¡Solidaridad con el movimiento libertario!

Eintritt: Spende: 3-5 Euro EUR

Workshop „Herrschaftsalarm“

Am Sonntag, den 16.05.2010, fand in einem Jugendtreff in Karlshorst zum ersten Mal der Workshop „Herrschaftsalarm“ statt, der seit über einem halben Jahr von der Bildungsgruppe der afb geplant und vorbereitet wird. Motivation der Bildungsgruppe ist es, Jugendliche für unterschiedliche Ausprägungen von Herrschaft in ihrem Alltag zu sensibilisieren und sie auf spielerische Weise zum Ausprobieren von herrschaftsfreiem Zusammenleben und Organisieren zu ermutigen. Im Verlauf von „Herrschaftsalarm“ kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz: vorbereitete Sketche, ein Herrschaftsalarm-Buzzer, Brainstorming, Kleingruppenarbeit, ein Planspiel in mehreren Phasen, inklusive Hörspiel, Bewegungsspiel und Visualisierung, sowie schließlich einer Reflexion des gesamten Workshops. Die Jugendlichen in Karlshorst, die teilweise schon mit anarchistischer Praxis vertraut waren, haben den Workshop sehr positiv aufgenommen, spannende Ideen entwickelt und hilfreiches Feedback zur Weiterentwicklung des Workshops gegeben.

herrschaftsalarm Im ersten Teil des Workshops tauschten sich die Teilnehmenden über Erfahrungen von Herrschaft aus und versuchten gegenseitiges Verständnis für das, was sie unter Herrschaft verstehen, zu erlangen. Dabei wurden Fragen wie „Ist Autorität automatisch Herrschaft?“ oder „Ist der Kauf eines Döners am Imbiss auch schon Herrschaft?“ diskutiert. Im zweiten Teil, dem Planspiel, ging es darum, in einer Stadt, in der durch einen mysteriösen Vorfall plötzlich alle Erwachsenen verschwunden sind, das Zusammenleben neu und möglichst herrschaftsfrei zu organisieren. Dazu trafen sich die Bewohner_innen zunächst in Wohnblockgruppen, um ihre gemeinsamen Bedürfnisse zu klären. Danach gingen Vertreter_innen aller Wohnblöcke in so genannte Verantwortungsbereiche wie Lebensmittelversorgung, Unterhaltung oder Streitschlichtung, um Konzepte zur blockübergreifenden Organisation des jeweiligen Themenbereiches zu entwerfen. Zu Beginn wurde gemeinsam beschlossen, den Unterhaltungs- und Bildungsverantwortungsbereich zu einem zu verschmelzen. Von Möglichkeiten moderner Kommunikation fasziniert kam wiederholt die Idee, vieles wie z.B. Bedürfnisabfrage, Arbeitsverteilung oder Unterhaltungsangebot über Tools wie facebook (private Daten würden selbstverständlich nicht mehr zu Werbezwecken genutzt) zu organisieren. Die Lebensmittelgruppe wurde gegen Ende des Spiels real aktiv und hat Brötchen für die ganze Gruppe besorgt. Wir hatten viel Spaß – die afb-Bildungsgruppe.

CRIFA-Wochenende in Berlin

Ein äußerst intensives, aber auch von konstruktivem und spannendem Austausch geprägtes langes Wochenende ist vorüber. Vom 7. bis zum 9. Mai 2010 hatte die Anarchistische Föderation Berlin (afb) die Ehre, das Koordinationstreffen der Internationale der Anarchistischen Föderationen (IFA) auszurichten. Während des Treffens berichteten die einzelnen Föderationen über ihre Tätigkeiten vor Ort und diskutierten gemeinsam aktuelle Themen. Die so genannten CRIFAs finden jedes halbe Jahr in einem anderen Land statt und dienen als Austausch- und Koordinationsmittel der IFA und ihrer 9 Mitgliedsföderationen.
Das offizielle Treffen findet immer Samstag und Sonntag statt. Wir haben es uns jedoch nicht nehmen lassen, den Delegierten ein buntes Rahmenprogramm zu bieten sowie einen umfassenden Einblick in die anarchistischen Strukturen in Berlin. Am Freitag waren dazu Vortragende aus dem New Yorck im Bethanien, vom A-Laden und von der Anarchosyndikalistischen Jugend (ASJ) anwesend, die ihr jeweiliges Projekt vorstellten. Der geplante Ausflug zu Squat Tempelhof fiel wegen eines verlängerten Arbeitstreffens aus, dafür nutzten wir den Sonntag für eine weitere Reise durch die anarchistische Szene in Berlin: Am Nachmittag empfing uns die Bibliothek der Freien und stellte ihr Projekt und ihre vielen Bücher vor. Nach einem entspannten Picknick im Volkspark Friedrichshain und einer kurzen Sightseeing-Tour zum Brandenburger Tor und dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas stand dann zum Abschluss ein Gespräch im Lokal der FAU Berlin auf dem Programm. Die beiden Vertreter der Freien ArbeiterInnen-Union und die noch übrig gebliebenen Gäste aus Spanien, Großbritannien und Slowenien unterhielten sich intensiv über Arbeitskämpfe, die veränderten Realitäten im prekären Kapitalismus und neue Formen der Organisierung.
Anwesend waren folgende Föderationen: Federación Anarquista Ibérica (FAI), Federazione Anarchica Italiana (FAI), Féderation Anarchiste (FA), Anarchist Federation (Afed), Czechoslovak anarchist federation (CSAF), Forum deutschsprachiger AnarchistInnen (FdA), Federacija za anarhistično organiziranje (FAO), Freie Bond (FB)