August-Ausgabe der Gǎi Dào erschienen

Die August-Ausgabe der [改道] Gǎi Dào, des Monatsmagazins der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen. Dieses Mal unter anderem mit Beiträgen zur Repression gegen die anarchistische Buchmesse im mexikanischen Guadalajara, der Student*innenbewegung in Ungarn, dem Hungerstreik des griechischen Anarchisten Kostas Sakkás, einem Bericht über das letzte Treffen der Föderation und vieles mehr.


Text der Gǎi Dào-Redaktion

Der Sommer ist endlich in voller Blüte angekommen. Rekordtemperaturen bescheren uns angenehme Zeiten zwischen Sonne, See und Sommerloch. Auch unsere Redaktion ist davon nicht unverschont geblieben, dennoch hat die zur Drinnenarbeit verteufelte Notbesatzung wieder eine abwechslungsreiche Ausgabe unserer kleinen Zeitschrift herausgebracht, mit dem gewohnten Querschnitt aus anarchistischer Theorie und Praxis.

Los geht’s dieses Mal mit einem Bericht über das letzte Treffen der Föderation, das Anfang Juli im sächsischen Radeberg stattfand. Knapp 50 Menschen von verschiedenen Gruppen und Projekten der Föderation und Gäste aus der Region, sowie aus Tschechien und Slowenien nutzten die angenehme Location für ein produktives Wochenende. Im Anschluss findet ihr einen Beitrag über ein Land, das gemeinhin eher weniger mit aktivem Anarchismus in Verbindung gebracht wird: Kuba. Die sehr aktive anarchistische Bewegung auf der karibischen Insel wurde – wie in den meisten Ländern des Realsozialismus – nach der Machtübernahme Castros zerschlagen und eine Neukonstitution in den folgenden Jahrzehnten unterdrückt. In den letzten Jahren erleben wir jedoch einen – wenn auch noch zaghaften – Versuch, Anarchismus wieder praktisch zu leben und als Alternative in die Gesellschaft zu tragen. Die bis dato einzige anarchistische Gruppe, Taller Libertario Alfredo Lopez, hat Anfang Juli ein neues Zeitungsprojekt, die Tierra Nueva! (Neue Erde), ins Leben gerufen und die ersten beiden Ausgaben der Repression zum Trotz klandestin verteilt.

In der Weltweit-Rubrik findet ihr zunächst ein Communique der Organisator*innen der Anarchistischen Buchmesse im mexikanischen Guadalajara, die dort zum zweiten Mal am 25. und 26. Juli stattfand. 2 Genoss*innen des Orgakreises wurden von den dortigen Sicherheitskräften, unter fadenscheinigen Begründungen wenige Wochen vor der Messe festgenommen.

Der nächste Beitrag stammt von unseren Freund*innen der Grupo Libertario Acción Directa (GLAD) aus Madrid. Nachrichten aus Ungarn waren in der jüngeren Vergangenheit meist geprägt vom deutlichen Rechtsruck des ungarischen Staates, mit allen negativen Folgen. Dennoch gibt es Menschen, die nicht auf den populistischen Zug der rechtskonservativen Fidesz-Partei und der offen faschistischen Jobbik-Partei aufspringen, sondern allen Widrigkeiten zum Trotz für eine gerechtere und andere Gesellschaft streiten. Nach einer Einleitung der Autoren folgt ein Interview mit einem Aktivisten der studentischen Bewegung in Budapest.

Ralf Dreis schließt die Rubrik mit einem Artikel über den Fall Kostas Sakkás. Der griechische Anarchist wurde im Dezember 2010 mit anderen Aktivist*innen verhaftet und unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer „unbekannten terroristischen Vereinigung“, später wegen vermeintlicher Mitgliedschaft bei der „Verschwörung der Feuerzellen“ angeklagt. Bis vor wenigen Wochen saß Kostas deswegen in Untersuchungshaft, nach einem Hungerstreik und massiven Protesten wurde er unter schweren Auflagen Mitte Juli freigelassen.

Daneben findet ihr ein Portrait über Panait Musoiu, einen „Pionier des rumänischen Anarchismus“, einen Diskussionsbeitrag der Föderation zu „Was ist eigentlich Kapitalismus?“, kritische Anmerkungen zum Buch von Michael Seidmann „Gegen die Arbeit“, einen Aufruf zum kommenden Klimacamp im Rheinland und einiges mehr.

Wir wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen.

[改道] Gǎi Dào Nr. 32

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